Die Fahrt im Zug, Bus oder Tram endet immer wieder im Gefängnis: Wer bei einer Kontrolle im ÖV kein Billett vorweisen und den erhobenen Strafzuschlag nicht bezahlen kann, wird von den Transportunternehmen angezeigt. Als Folge dieser Anzeige verhängt der Staat zusätzlich eine Busse. Wer auch diese nicht bezahlen kann, muss die Busse in Form einer sogenannten «Ersatzfreiheitsstrafe» im Gefängnis absitzen. Leidtragende sind jedes Jahr Hunderte von finanzieller Armut betroffene Menschen.
Das darf nicht sein! Wir fordern SBB, BLS, ZVV, Postauto und Co. mit dieser Petition auf, fortan auf Strafanzeigen zu verzichten!
Mehr als die Hälfte aller Gefängniseintritte erfolgt wegen Ersatzfreiheitsstrafen. Pro Jahr sind dies rund 5000! Viele davon aufgrund von unbezahlten Bussen für Fahren ohne ÖV-Billett. Durch diese Gefängnisstrafen werden viele Menschen in der Schweiz aus ihrem Alltag gerissen.
Am 2. März 2026 hat der Nationalrat entgegen dem Willen des Bundesrats einen parlamentarischen Vorstoss abgelehnt, der Ersatzfreiheitsstrafen für tiefere Bussen und für Geldstrafen abschaffen wollte. Nach dem negativen Entscheid wird es weiterhin zu Tausenden Ersatzfreiheitsstrafen kommen. Bei jeder davon drohen den Betroffenen eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit, sozialer Stress und Stellen- und Wohnungsverlust. Gleichzeitig sind auch die gesellschaftlichen Folgekosten enorm. Ein einziger Gefängnistag kostet rund 300 Franken.
Wir fordern die Alliance Swisspass (die für die ÖV-Tarife zuständige Branchenorganisation) und die 250 ÖV-Unternehmen der Schweiz deshalb auf, künftig auf Strafanzeigen zu verzichten. So kann die Zahl der Ersatzfreiheitsstrafen deutlich reduziert werden.
Unterstütze jetzt die Petition und hilf mit, dass Fahren im ÖV nicht mehr hinter Gittern endet. Kein Gefängnis wegen ÖV-Fahren ohne Billett!
